das 2004er east teknival war eines der eindrucksvollen und einprägsamsten ereignisse überhaupt. die 05er ausgabe hingegen war das blanke gegenteil, nämlich ein desaster. nachdem wir arbeitsbedingt erst am samstag anreisen konnten, war die sache schon beendet, noch bevor sie richtig begonnen hatte, wodurch wir notgedrungen im bionic lab landeten. aber wenigstens hatte ich eine lehre daraus gezogen: der frühe vogel fängt den wurm! oder anders: wer zu spät kommt, den bestraft das leben oder wie in diesem fall eben die polizei. zeitiges erscheinen war demnach oberste prämisse für das diesjährige east teknival.
die deutsche telefonansage in form einer computerstimme erforderte viel fantasie, so dass ich erst nach konsultieren der englischen hotline im bilde war. der rest lief perfekt: im nu waren wir am ziel und hätten schon 2 uhr in die party starten können. in die vermutete einfahrt fuhr dann aber leider schon ein polizeiwagen hinein, so dass wir eine ablenkungsrunde auf dem areal starteten, auf der uns weitere drei polizeiwagen begegneten. dazu gesellten sich noch tatkräftige männer im blaumann, jeweils mit allerlei technischem gerät bewaffnet. rückblickend wissen wir jetzt, dass man zu diesem zeitpunkt bereits mit dem zuschweißen der einfahrtstore beschäftigt war. am ende unserer runde erreichten wir wieder die ursprüngliche einfahrt aus welcher besagter polizeiwagen wieder heraus kam. voller vorfreude bogen wir ab, um kurz darauf vor dem nächsten polizeifahrzeug zu stehen.
umgehend sprang dessen besatzung heraus, fuchteltete mit der kelle herum und freute sich, all die sätze aus dem gedächtnis abrufen zu können, die man auf der polizeischule für derartige konfliktsituationen beigebracht bekommen hatte. es folgte eine langwierige erfassung unserer personalien, von weiteren kontrollen sah man jedoch ab. die party sei illegal, wir befänden uns auf einem betriebsgelände und sollen doch den heimweg antreten. nun gut, für's erste fuhren wir erstmal 50 m zurück zur nächsten gruppe verzweifelter partygäste. in diesem moment drehte auch schon der polizei-helikopter fleißig seine runden. nach einigem hin- und her wollten wir es schließlich nochmal von anderer seite versuchen. wir folgten einem gelben unimog und einem feuerwehrfahrzeug, die irgendwie nach teknival aussahen und kurz darauf zudem in einer waldeinfahrt verschwanden. gerade wollte ich mich bei deren insassen nach der lage erkundigen, da sah ich die schon zuvor wahrgenommenen arbeitsanzüge mit "feuerwehr"-schriftzug. wie bereits gesagt: rückblickend wissen wir jetzt, dass das der schweißtrupp war. aber ein paar ecken weiter hatten wir es schließlich geschafft die polizei zu umfahren und einen parkplatz zu finden. es galt zwar noch ca. 300 m zu fuß zurückzulegen und dabei eine eisenbahnlinie zu überqueren, aber das sollte dann auch kein problem mehr sein.
wir hatten es also tatsächlich geschafft. dieser erfolg blieb anderen gästen und vor allem auch anderen systemen leider verwehrt, denn zwischenzeitlich waren alle einfahrten verriegelt und bewacht. sei's drum - die party lief erstmal, wenn auch noch sehr schwach besucht. bis dato hatten gerademal 6 systeme aufgebaut, doch die gaben schon mächtig gas und so ließen erste, begeisterte bewegungen nicht lange auf sich warten. es gelang dabei nicht, irgendeinen favoriten unter den systemen auszumachen. hier wie da gab es äußerst eindrucksvolle höhepunkte. was etwas fehlte, das war die abwechslung, denn auf allen floors bretterte zünftiger frenchcore. für abwechslung hingegen sorgte im morgengrauen das auftauchen unserer freunde und helfer, die in windeseile von der üblichen diskussionstraube umringt wurden. in den gesprächen offenbarten sich dann interessante details.
die benachbarte bahntrasse gilt der kohleanlieferung für das unweit gelegene kraftwerk. aufgrund der party habe man den bahnverkehr sicherheitshalber stillgelegt und das kraftwerk könne nur noch bis zum zeitpunkt x auf reserve arbeiten. das war aber auch zugleich der zeitpunkt, in dem sich die staatsmacht eingestehen musste, dass sie selbst mit der sperrung der zufahrten ein pendeln über die bahnschienen provoziert hatten. ohne jetzt auf weitere details eingehen zu wollen: in absprache mit dem grundstückseigentümer wurde das teknival schließlich bis sonntag 16:00 uhr "genehemigt" oder besser geduldet und auch dem umparken der noch draußen stehenden fahrzeuge wurde zugestimmt. zwar witterte ich hier nach den letztjährigen erlebnissen eine finte, doch letztlich machte man sein versprechen wahr. nach dem unsicheren beginn waren dies geradezu paradiesische zustände.
es folgte ein genialer samstag, dem es an nichts fehlte. die tagsüber gespielte musik machte ein abschalten unmöglich und wurde der praktikabilität halber gleich barfuß genossen. zudem gesellten sich weitere systeme hinzu und letztlich waren es deren zwölf. aber nicht nur musikalisch wurde aufgerüstet, sondern auch die gästezahl stieg merklich an. zwar noch immer kein vergleich zu 2004, aber vielleicht gerade deswegen mal eine angenehme alternative. gegen abend gab es dann die schon letzte woche verfolgte trash performance, zu der ich mir einen linseneintopf vom goa-system gönnte. aber wer wollte, der konnte sich auch an anderen leckereien laben, u.a. auch an einer absinth-bar, die mit mischungen überraschte, die ihr garantiert noch nirgendwo anders verkosten konntet ;)
eine richtige wohltat bot während der nacht dann auch die mainstage, die endlich etwas tribe in die frenchcore-übermacht brachte. ein sound, der übrigens bestens mit der zwischenzeitlich aufgewerteten lichttechnik harmonierte. überhaupt hatten die meisten systeme im laufe des samstags noch etwas an ihren floors gefeilt und boten damit ein gegenüber freitag nochmals überzeugenderen anblick. das handwerkliche geschick bzw. der dahinter stehende aufwand waren teils beeindruckend. neu hinzugekommen waren auch zwei internationale systeme mit einer art hardcore/industrial-techno sowie ein d&b/breakcore-system, so dass es musikalisch frischen wind gab. zugegeben, frischen wind hätten wir selbst auch etwas vertragen können, denn nach dieser zeit waren wir schon ziemlich knülle. aber zur ruhe kamen wir deshalb noch lange nicht, denn viel zu mitreißend waren die unterschiedlichen vergnügungsmöglichkeiten. ob nun in form der musik selbst, durch darbietungen diverser schausteller, beim filme gucken im kino-zelt oder schlichtweg beim gegenseitigen volllabern - dieses teknival hatte sich zur optimalen party gesteigert.
gegen sonntag morgen begannen schließlich einige mitstreiter mit dem abbau unserer netten wagenburg und auch wir schlossen uns dem allgemeinen aufbruchstrieb an. vollbepackt bis unter's dach und mit einem sack müll auf dem schoß verließen wir das areal, an dessen ausfahrt uns bereits die polizei erwartete. zu unserer überraschung jedoch ohne jeglichen aktionismus. was bleibt, das sind hoffentlich ewig währende erinnerungen an eine party, die zweifelsfrei zu den besten vergangener jahre gehört.
(anmerkung: jegliche namen wurden im review bewusst ausgelassen) |